Freitag, 15. Dezember 2017 13:17
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Wohnungstyp P2

Wohnungstyp P2 im Wohngebiet Fritz Heckert BG I (Helbersdorf)


Allgemeine Beschreibung vom P2:

P2: Steht für "Platte der 2. Generation in den 60er-Jahren": Variable Wände und Einbaumöbel, große, lichtdurchflutete Wohnräume.

Der P2 war der meist gebaute Plattenbautyp in Ostdeutschland. Entwickelt wurde Dieser 1961 im Institut für Hochbau und Städtebau der Bauakademie Berlin vom Architekten-Trio Wilfried Stallknecht, Achim Felz und Herbert Kuschy

Er besteht aus Großplatten in 6,3 Mp, tragenden Querwänden und wurde meist in 5- oder 6-geschossige Bauweise ohne Fahrstuhl realisiert.

Nach Helbersdorf gekommen, ist dieser Bautyp 1974, nachdem man schon im Yorckgebiet und an der Lortzing- bzw. Irkutsker Strasse Erfahrung gesammelt hatte. Am Stadtpark entstanden 5 Blöcke mit insgesamt 250 Wohneinheiten 5-geschossig.

Wohnungstyp P2Charakteristisch für diesen Typ ist die Anordnung der Wohnungen um ein innenliegendes, nahezu quadratisches, mit einem gläsernen Dach ausgebildeten Treppenhaus. Pro Geschoss gibt es zwei Wohnungen.

Zitat vom Architekten Stallknecht: "Wir hatten die Vorgabe, kleine Küchen zu planen". Ende der 50er-Jahre sei von verschiedenen Gremien beschlossen worden, dass die moderne Ehefrau entlastet werden muss. "So kam es, dass wir der Küche nur wenig Bedeutung zugemessen haben."

Neu waren damals die Bäder und Küchen der Häuser, die innen und grundsätzlich nebeneinander lagen, sodass sie einen gemeinsamen Versorgungsschacht für Wasser, Abwasser und Entlüftung nutzen konnten und damit Fläche eingespart wurde.

Die Küchen waren (sind) durch große Durchreichen in Form von Einbaumöbeln mit dem Wohnzimmer verbunden.

Für die Bäder kamen komplett eingerichtete Sanitärraumzellen (Toilette, Waschbecken, Badewanne, Armaturen für Bad und Küche, Waschmaschinen-Anschluss, vertikale Ver- und Entsorgungsleitungen) zum Einsatz, die am Stück in den Rohbau eingehoben wurden. Zur Installation war nur die Verbindung der Rohre auf Bodenhöhe notwendig. Die Wände zum Versorgungsschacht wurden aus Pressspanplatten gefertigt. Ab 1975 wurde dieser Wohnungstyp vom moderneren IW73 abgelöst.

Typische Merkmale vom Wohnungstyp P2:

  • Flachdächer
  • Fernheizungsanschluss
  • 2- Spänner
  • innenliegende Bäder und Küchenräume
  • alle mit vorgestellten Balkonen ausgebildet
  • Fertigteile in der Laststufe bis 5,0 t
  • Grundraster von 6 m x 6 m
  • Gebäudetiefe in der Regel 12 m
  • Geschosshöhe in der Regel 2,80 m
  • Der P 2 war Basis für die Wohnungsbauserie 70- Häuser mit bis zu elf Etagen

Erfahrene Nachteile vom Wohnungstyp P2:

  • Hellhörigkeit
  • kleine Räume
  • laute Abluftgeräusche
  • kein Lift
  • dunkles Treppenhaus (ausgenommen die zwei obersten Etagen)
  • kleine Keller
  • keine Waschküche (Waschraum)

Quellen: Wikipedia, Stadtplanungsamt, Satdtarchiv, eigene Erfahrung
Bildquellen: eigene Aufnahmen vom Autor


"Der Spiegel" schreibt in Nr.39/1983 zum P2:

Individuelle Unordnung ist Mietern von Typenwohnungen aber nicht einmal innerhalb der eigenen, stets gleichen vier Wände möglich. Jüngste Untersuchungen haben gezeigt, dass besonders Bewohner von "P 2"-Häusern aus den sechziger Jahren über eine einfallslose Einheitsmöblierung nicht hinausfinden.

90 Prozent aller Wohnzimmer sind mit der gleichen Schrankwand (samt Fernsehgerät) ausgerüstet; davor steht die Couch-Garnitur, daneben die Stehlampe; die Durchreiche von der Küche dient als Schauvitrine. Totale Anpassung?

 

Bilder vom Wohnungstyp P2

unsanierter P2

Block mit Wohnungen vom Typ P2 unsaniert


Am Stadtpark 36-54

Sanierte Häuserzeile (Doppelblock) Am Stadtpark 36-54 mit Wohnungen vom Typ P2.


Wohnungstyp P2

Vorderansicht von einem unsanierten P2 Block


Wohnungstyp P2

Vorderansicht von einem sanierten P2 Block


Wohnungstyp P2

Wohnungseinrichtung P2 in den siebziger Jahren


Wohnungstyp P2

Wohnungseinrichtung P2 in den zweitausender Jahren