Freitag, 15. Dezember 2017 13:14
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Rosarium / Rosengarten

Das Rosarium im Stadtpark

(heute Rosengarten)

Das ehemalige Rosarium zu Chemnitz, heute als Rosengarten bezeichnet, findet man an der Gluckstrasse / Heinrich-Sturm-Weg, nahe der Heinrich-Lorenz-Brücke.

Dieses besondere Juwel wurde in den Jahren 1886 bis 1900 im Stiel eines englischen Gartens, als Anlage mit geometrisch- regelmässigem Grundriss angelegt.
Ermöglicht wurde dies, durch den Teil einer Länderschenkung und einer grosszügigen Spende von 16.000 Mark des Großindustriellen Ernst Otto Clauss an die Stadt Chemnitz.

Entworfen und verwirklicht wurde diese schmucke Rosenanlage durch den damaligen, vom grossen Garten Dresden einberufenen, Stadt- Gartenbaudirektor Otto Werner.

Die Frau auf dem Sockel

In den zwanziger Jahren erfuhr der Rosengarten zudem eine künstlerische Aufwertung.
In seinem Mittelpunkt fand auf einem Sockel die 1906 von dem Berliner Bildhauer Arthur Lewin- Funcke geschaffene 113 cm hohe Bronzeplastik "Sandalenbinderin" ihren Platz.
Um 1940 fiel sie einer "Metallspende" der Nazis für die Rüstungswirtschaft zum Opfer.
Der zweite erhaltene Guss steht im Berliner Rathaus Zehlendorf, die Drillingsschwester kann man heute im Foyer der Chemnitzer Kunstsammlungen am Theaterplatz bewundern.
Die Stelle auf dem Sockel nahm in den achtziger Jahren die von Harald Stephan geschaffene Bronzeplastik "Junge Frau" ein.

Nach ersten Umgestaltungen 1904, später nach dem 2. Weltkrieg in den 50er und den späten 70ern wurden die Form und der Verlauf der Wege nur unwesentlich verändert.

In den zwanziger Jahren siedelte sich neben dem Rosarium eine städtische Gärtnerei an, welche für Blumennachschub und die Pflege im Stadtpark sorgte. Auch eine elektrische Wegbeleuchtung wurde in dieser Zeit installiert.

Bilder vom Rosarium

Rosarium

102 Jahre später ohne Gärtnerei

Rosarium

Junge Frau von Stephan

Rosarium

Rosarium im Frühling

Rosarium

Rosarium mit ehem. Nadelfabrik

Rosarium

Rosarium im Herbst

Rosarium

Rosarium im Sommer

Die Wegebeleuchtung

Die aus den zwanziger Jahren stammende Wegbeleuchtung war in die Jahre gekommen. Die alten grünen zum Teil stark angerosteten Bogenlampenmasten mit Glaszylinder und einer einfachen 100W Birne wurden 1984 ersetzt.
Zum Einsatz kamen nun die vom damaligen VEB Rochlitzer Leuchtenbau typischen RSL1 Doppelleuchten in Orange.
Bei einer erneuten Umgestaltung Anfang der 90er wurden Diese wiederum durch die heutigen ersetzt.

Rosarium

Wegleuchte RSL1

Rosarium

heutige Wegleuchte

Das Rosarium heute

Anfang der Neunziger, bei einer erneuten Umgestaltung wurden im Rosengarten Japanische Zierkirschen gepflanzt, welche das Areal besonders im Frühjahr mit einer herrlichen Blütenpracht säumten.

Wiederum bei einer "Umgestaltung" 2005 im Rahmen einer Sanierung, erhielten die jungen Zierkirschen an den Flanken des Gartens einen erneuten Standort.
An Stelle der Japaner erfolgte eine einheitliche Bepflanzung mit kleinkronigen Blütenbäumen.
Grund: Neben dem gestalterischen Aspekt will man so einer grossflächigen Verschattung der neu entstehenden Rosenfläche entgegen wirken.

Umgangssprachlich wird das Rosarium heute als Rosengarten bezeichnet.
Den Namen Rosarium trägt heute eine in der Nähe befindliche Kleingartenanlage und deren Vereinsgaststätte.

Infos zum Rosarium

Das Rosarium war seinerzeit einzigartig in Chemnitz.
Allein der königliche Hofgärtner Otto-Werner aus Dresden genoss das Vertrauen der Stadt Chemnitz und der Sponsoren eine solche Anlage zu schaffen.


Rosarium und Nadelfabrik

Das Rosarium mit Blick in die Kauffahrtei in Altchemnitz um 1915.
Im Hintergrund die Gebäude der damaligen Nadel- und Platinenfabrik von Friedrich Seelmann-Eggebert, vormals Julius Seelmann-Eggebert. Nach einer Fusion 1937 hiess die Fabrik in der Metzerstrasse 2-4 "Groz-Beckert".

rosarium

Postkarte vom Rosarium mit der Nadelfabrik in der heutigen Heinrich-Lorenz-Strasse.


Rosarium und die Gärtnerei

Anfang der zehner Jahre entstand westlich vom Rosarium eine Gärtnerei zunächst mit Glashaus, welches 1929 zu einem massiven Pflanzenhaus ausgebaut wurde. Die Gebäude der Gärtnerei fielen, wie viele Villen in der Parkstrasse auch, 1945 den Bomben zum Opfer.

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Die Gärtnerei mit Pflanzenhalle auf einem Foto von 1930.


Die Parkgaststätte Rosarium

Die Vereinsgaststätte und die Gartenanlage erinnern mit Ihrem Namen an das ehemalige Rosarium im Chemnitzer Stadtpark.

rosarium

Eingang zur heutigen Kleingartenanlage "Rosarium" auf einem Bild von 2009.


Update

Im Rosengarten finden Veränderungen statt. Wir bleiben drann!

Stand: August 2015